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Kakaotransport und Logistik – Wie der Rohstoff von den Plantagen zu den Verarbeitungsanlagen gelangt



Kakao ist einer der wichtigsten Rohstoffe der globalen Lebensmittelindustrie. Bevor Kakaobohnen die Verarbeitungsbetriebe erreichen und zu Kakaomasse, Kakaobutter, Kakaopulver oder Schokolade verarbeitet werden, legen sie Tausende von Kilometern zurück.

Die globale Lieferkette für Kakao beginnt auf tropischen Plantagen, hauptsächlich in Westafrika, Lateinamerika und Südostasien. Sie endet in der Regel in Verarbeitungsbetrieben in Europa, Nordamerika und Asien.

Der Transport von Kakao erfordert eine sorgfältige Planung, einen angemessenen Schutz der Ladung und eine strenge Kontrolle der Bedingungen in jeder Phase der Lieferung. Feuchtigkeit, hohe Temperaturen, Verunreinigungen und Verzögerungen können die Qualität des Rohstoffs erheblich beeinträchtigen.


Warum ist der Transport von Kakao eine Herausforderung?

Kakaobohnen sind ein Naturprodukt und reagieren empfindlich auf Umgebungsbedingungen. Die größte Gefahr während des Transports ist eine zu hohe Luftfeuchtigkeit, die zu Schimmelbildung, unerwünschten Gerüchen und einer Verschlechterung der Bohnenqualität führen kann.

Weitere Risiken sind:

  • plötzliche Temperaturschwankungen,
  • Kondenswasserbildung in Containern,
  • unzureichende Belüftung,
  • Aufnahme von Fremdgerüchen,
  • Beschädigung der Verpackung,
  • biologische und chemische Verunreinigungen,
  • längere Lagerung unter ungeeigneten Bedingungen.


Probleme während des Transports können nachfolgende technologische Prozesse wie Reinigung, Rösten, Schälen und Mahlen beeinträchtigen. Daher hat die Qualität der Logistik einen direkten Einfluss auf die Qualität des Endprodukts.


Wie wird Kakao transportiert?

Kakao kann auf dem Seeweg, per Lkw, Bahn oder Flugzeug transportiert werden. In der Praxis nutzt die globale Lieferkette meist eine Kombination mehrerer Transportarten. 


Seetransport

Der Seetransport macht den größten Teil der internationalen Kakaotransporte aus. Die Bohnen werden üblicherweise in Standardcontainern mit 20 oder 40 Fuß Länge transportiert.

Die ungefähren Transportzeiten betragen:

  • von Westafrika nach Europa – ca. 10–20 Tage,
  • von Lateinamerika nach Europa – ca. 20–25 Tage,
  • von Asien nach Europa – ca. 30–40 Tage.

Zusätzlich zur eigentlichen Seereise muss Zeit für den Transport zum Hafen, die Exportabfertigung, Umladungen, die Importabfertigung sowie die Lieferung zum Verarbeitungsbetrieb eingeplant werden.


Straßentransport

Der Straßentransport wird hauptsächlich am Anfang und am Ende der Lieferkette eingesetzt. Dazu gehört der Transport von Kakao:

  • von den Plantagen zu den Sammelstellen,
  • von Lagerhäusern zu den Exporthäfen,
  • von Importhäfen zu den Verarbeitungsbetrieben,
  • zwischen Lagerhäusern, Terminals und Verteilzentren.

In den Erzeugerregionen kann die Straßeninfrastruktur eine große Herausforderung darstellen. Schlechte Straßenverhältnisse, saisonale Regenfälle und eine begrenzte Verfügbarkeit von Transportmitteln können zu Verzögerungen führen, noch bevor der Rohstoff den Hafen erreicht.

 

Schienentransport

Die Bahn wird hauptsächlich für längere Inlandstransporte genutzt, insbesondere zwischen Häfen, Lagerhäusern und großen Industrieanlagen. Sie ermöglicht den Transport größerer Mengen und kann bei guter Organisation sowohl die Kosten als auch den CO₂-Fußabdruck reduzieren.


Lufttransport

Der Lufttransport wird aufgrund der hohen Kosten nur selten genutzt. Er kann bei kleinen Mengen hochwertiger Kakaobohnen, Laborproben, dringenden Lieferungen oder spezialisierten Kakaoprodukten eingesetzt werden. 


Jutesäcke oder Schüttguttransport?

Kakaobohnen werden am häufigsten in Jutesäcken mit einem Gewicht von etwa 60–70 kg oder als Schüttgut in speziell vorbereiteten Containern transportiert.




Jutesäcke 

Jute ist ein atmungsaktives Material, das den Bohnen ermöglicht zu „atmen“ und dadurch das Risiko einer Feuchtigkeitsansammlung reduziert – vorausgesetzt, die Säcke werden ordnungsgemäß gelagert und vor Wasser geschützt.

Ein weiterer Vorteil ist die einfachere Trennung einzelner Chargen, die Identifizierung der Herkunft sowie die Qualitätskontrolle.


Schüttguttransport

Bei größeren Mengen wird häufig Schüttguttransport eingesetzt. In diesem Fall wird im Container ein spezieller Liner installiert – eine geschlossene Einlage aus lebensmitteltauglichem Material.

Diese Lösung ermöglicht eine bessere Nutzung des verfügbaren Containerraums und reduziert die Stückkosten. Sie erfordert jedoch eine sorgfältige Vorbereitung des Containers, eine konsequente Sauberkeitskontrolle sowie einen wirksamen Schutz vor Feuchtigkeit.


Jutesäcke

Jute ist ein atmungsaktives Material, das den Bohnen ermöglicht zu „atmen“ und dadurch das Risiko einer Feuchtigkeitsansammlung reduziert – vorausgesetzt, die Säcke werden ordnungsgemäß gelagert und vor Wasser geschützt.

Ein weiterer Vorteil ist die einfachere Trennung einzelner Chargen, die Identifizierung der Herkunft sowie die Qualitätskontrolle.


Schüttguttransport

Bei größeren Mengen wird häufig Schüttguttransport eingesetzt. In diesem Fall wird im Container ein spezieller Liner installiert – eine geschlossene Einlage aus lebensmitteltauglichem Material.

Diese Lösung ermöglicht eine bessere Nutzung des verfügbaren Containerraums und reduziert die Stückkosten. Sie erfordert jedoch eine sorgfältige Vorbereitung des Containers, eine konsequente Sauberkeitskontrolle sowie einen wirksamen Schutz vor Feuchtigkeit.

 

Phasen des Kakaotransports

Die Logistikkette von Kakao lässt sich in mehrere wesentliche Phasen unterteilen. 


1. Transport von der Plantage

Nach der Ernte werden die Kakaoschoten geöffnet und die Bohnen fermentiert und getrocknet. Anschließend wird der Rohstoff von den Plantagen zu lokalen Sammelstellen, Lagerhäusern oder Konsolidierungszentren transportiert.

In dieser Phase ist es besonders wichtig, die Bohnen vor Regen und erneuter Feuchtigkeitsaufnahme zu schützen.


2. Lagerung und Vorbereitung für den Export

Vor dem Versand können die Bohnen sortiert, gewogen, geprüft und klassifiziert werden. Dabei werden unter anderem folgende Kriterien kontrolliert:

  • Feuchtigkeitsgehalt,
  • Vorhandensein von Schimmel,
  • Fermentationsgrad,
  • Anteil beschädigter Bohnen,
  • Vorhandensein von Fremdkörpern,
  • Größe und Gleichmäßigkeit,
  • Übereinstimmung mit den Anforderungen des Käufers.

Nach der Kontrolle wird der Kakao verpackt und für den Transport zum Hafen vorbereitet.


3. Transport zum Exporthafen

Die Bohnen werden per Lkw und in einigen Regionen auch per Bahn transportiert. Verzögerungen in dieser Phase können durch Wetterbedingungen, schlechte Straßenverhältnisse, Überlastung der Häfen oder administrative Probleme verursacht werden. 


4. Seetransport

Die Container werden auf Schiffe verladen und zu den Bestimmungshäfen transportiert. Während der Seereise ist es besonders wichtig, das Risiko der Kondenswasserbildung im Container zu minimieren.

Zu den Maßnahmen gehören:

  • Trockenmittel für Container,
  • Schutzliner,
  • trockene Paletten,
  • ausreichende Belüftung,
  • Isoliermaterialien,
  • korrekte Anordnung der Ladung.


5. Entladung und Importabfertigung

Nach der Ankunft im Hafen werden die Container entladen, zollrechtlich abgefertigt und die Dokumente überprüft. Je nach Land und Produktart können zusätzlich phytosanitäre Kontrollen oder Qualitätsprüfungen erforderlich sein. 


6. Transport zum Lager oder Verarbeitungsbetrieb

Nach der Abfertigung wird der Kakao direkt zum Werk oder zu einem Lager in einem der wichtigsten Logistikzentren transportiert. 


Wichtige Kakao-Exportzentren & wichtige Import- und Verarbeitungszentren



Wichtige Kakao-Exportzentren

Der globale Kakaohandel konzentriert sich auf mehrere strategisch wichtige Häfen. 


Westafrika

Westafrika ist nach wie vor die weltweit wichtigste Kakaoanbauregion. Zu den wichtigsten Häfen gehören:

  • Abidjan und San Pedro in Côte d’Ivoire,
  • Tema und Takoradi in Ghana.

Über diese Häfen werden große Mengen an Kakaobohnen abgewickelt, die hauptsächlich für Märkte in Europa, Asien und Nordamerika bestimmt sind.


Lateinamerika

Zu den wichtigen Exporthäfen gehören:

  • Guayaquil in Ecuador,
  • Santos in Brasilien.

Ecuador ist insbesondere für Kakao mit einem charakteristischen Aromaprofil bekannt, der häufig für die Herstellung von Premium- und Single-Origin-Schokolade verwendet wird.


Asien und Ozeanien

In Asien ist Makassar in Indonesien einer der wichtigsten Exportstandorte. Kakao aus der Region wird sowohl an lokale Verarbeitungsbetriebe als auch an internationale Märkte geliefert.



Wichtige Import- und Verarbeitungszentren


Amsterdam

Amsterdam ist eines der weltweit führenden Zentren für den Import, die Lagerung und die Verarbeitung von Kakao. Die moderne Hafeninfrastruktur, der Zugang zu Bulk-Terminals und die Nähe zu Industrieanlagen machen die Niederlande zu einem zentralen Bestandteil der europäischen Kakao-Lieferkette.


Hamburg

Hamburg ist ein weiteres bedeutendes europäisches Logistikzentrum. Der Hafen schlägt große Mengen an Lebensmittelrohstoffen um und bietet leistungsfähige Straßen-, Schienen- und Binnenwasserstraßenverbindungen zu Produktionsstandorten in Deutschland und Europa. 


Antwerpen

Antwerpen ist ein wichtiges Umschlag- und Lagerzentrum für landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel. Seine strategische Lage ermöglicht die Verteilung von Kakao an zahlreiche Kunden in Europa. 


Nordamerika

In den Vereinigten Staaten zählen Philadelphia und New York zu den wichtigsten Häfen. Dort werden Lieferungen für die Lebensmittel- und Süßwarenindustrie umgeschlagen. 


Asien

Singapur ist eines der wichtigsten Logistikzentren Südostasiens. Es dient als Distributionszentrum für Kakao und Kakaoprodukte nach China, Japan, Südkorea und Indien.

Lagerung von Kakao

Nach der Ankunft im Bestimmungshafen werden die Bohnen häufig vor der weiteren Verarbeitung gelagert. Ein Lager sollte:

  • trocken,
  • sauber,
  • gut belüftet,
  • vor Schädlingen geschützt,
  • frei von starken Fremdgerüchen,
  • vor plötzlichen Temperaturschwankungen geschützt.

Die Säcke sollten nicht direkt auf dem Boden oder an den Wänden gelagert werden. Üblicherweise werden sie auf Paletten gestapelt, wobei ausreichend Platz für Luftzirkulation und Kontrollen gelassen wird.

Kakao nimmt leicht Fremdgerüche auf und sollte daher nicht in der Nähe von Chemikalien, Kraftstoffen, Gewürzen oder anderen stark riechenden Produkten gelagert werden.



Lagerung von Kakao

Nach der Ankunft im Bestimmungshafen werden die Bohnen häufig vor der weiteren Verarbeitung gelagert. Ein Lager sollte:

  • trocken,
  • sauber,
  • gut belüftet,
  • vor Schädlingen geschützt,
  • frei von starken Fremdgerüchen,
  • vor plötzlichen Temperaturschwankungen geschützt.

Die Säcke sollten nicht direkt auf dem Boden oder an den Wänden gelagert werden. Üblicherweise werden sie auf Paletten gestapelt, wobei ausreichend Platz für Luftzirkulation und Kontrollen gelassen wird.

Kakao nimmt leicht Fremdgerüche auf und sollte daher nicht in der Nähe von Chemikalien, Kraftstoffen, Gewürzen oder anderen stark riechenden Produkten gelagert werden.





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